Vollziehen die USA eine Richtungsänderung?
Einleitung
In diesem Artikel versuche ich, einen Blick hinter die Kulisse der Politik eines Präsidenten zu werfen, der als Friedensstifter in den Ring stieg und durch die von ihm angezettelten oder weiter angeheizten Kriege nicht nur Tod und Leid brachte. Dem amerikanischen Präsidenten wurden die Grenzen des westlichen Hegemonialreiches klar aufzeigt. Militärisch am Anschlag, wirtschaftlich am Anschlag, diplomatisch nicht mehr ernstgenommen, werden die USA einen Ausweg suchen – und sicher auch einen finden.
Die in diesem Artikel gemachten Aussagen bzw. Prognosen sollen zum Denken und Diskutieren anregen. Eine provokante Reise in die nächste Epoche.
Schlechte Chance für die Zwischenwahlen
Probleme für Trump – Impeachmentverfahren droht
Es finden (nur) Kongresswahlen statt. Im Repräsentantenhaus werden alle 435 Sitze gewählt. Im Senat werden 33 der 100 Senatoren neu gewählt. Senatoren werden für sechs Jahre gewählt und alle zwei Jahre muss sich ein Drittel jeweils zur Wahl stellen. Trump selbst steht nicht zur Disposition.
Dennoch geht es um viel für Trump oder sogar um alles für seine restliche Amtszeit. Viele sprechen davon, dass er mit einer Amtsenthebung rechnen müsse, da er zahllose Gesetze gebrochen habe, z.B. mit dem Krieg gegen den Iran. Nach Vietnam verabschiedete der Kongress die War Powers Resolution. Nach der darin niedergelegten Auffassung des Kongresses darf der Präsident amerikanische Streitkräfte grundsätzlich nur dann in Kampfhandlungen bringen, wenn
der Kongress Krieg erklärt hat,
der Kongress den Einsatz ausdrücklich gesetzlich genehmigt hat oder
ein nationaler Notfall infolge eines Angriffs auf die USA, ihre Territorien oder Streitkräfte besteht.
Dennoch, ein Impeachment wird schwierig. Zwar kann das Verfahren formell mit der einfachen Mehrheit im Repräsentantenhaus angestossen werden. Danach führt jedoch der Senat das Verfahren und zu einer Verurteilung und Amtsenthebung bedarf es einer 2/3 Mehrheit, das entspricht 67 Stimmen. Schaut man sich die Trends an, so werden nach den Wahlen um die 55 Demokraten im Senat sitzen; somit müssten nach dieser Rechnung mindestens 12 Republikaner einer Verurteilung und Amtsenthebung Trumps zustimmen, was unwahrscheinlich ist. Dennoch, Trump wird bei einem Verlust beider Häuser zu einer lame duck, d.h. er wird stark isoliert sein und keine Projekte mehr realisieren können, falls er sich an geltendes Recht hält, was man jedoch bezweifeln kann.
Zurzeit sitzen im Senat 53 Republikaner, 45 Demokraten und 2 Unabhängige. Im Repräsentantenhaus sitzen zurzeit 218 Republikaner, 214 Demokraten und ein Unabhängiger, zwei Sitze sind vakant. Die Republikaner verfügen somit über eine Mehrheit in beiden Kammern.
Für Trump gibt es nur eine Richtung – nach vorn
Trump wäre nicht Trump, wenn er die Wahlen für den Kongress nicht als Bestätigungswahl für seine Person sehen würde. Er ist der Grösste und er kann gar nicht verstehen, dass ihn nicht alle lieben. Er war tatsächlich enttäuscht, den Friedensnobelpreis erneut nicht erhalten zu haben. Dies als Beispiel für die Welt, in der Herr Trump lebt.
Die nackten Zahlen verheissen nichts Gutes für Trump
Gegenwärtig sieht es schlecht aus für die Republikaner und somit auch für Trump. Per 14. Oktober 2026 zeigen die Prognosen, die folgenden Werte:
Die Demokraten gewinnen beide Kammern: 61 %
Die Demokraten gewinnen das Repräsentantenhaus, die Republikaner behalten den Senat: 30 %
Die Republikaner gewinnen beide Kammern: 11 %
Die Republikaner gewinnen das Repräsentantenhaus, die Demokraten gewinnen den Senat: 1 %
Trump ist nicht USA
Der Präsident steht am Steuerrad – lenken tun andere
Ich habe mich bereits in meinem Artikel «Krieg ohne Frieden – die US-Strategie hat nicht viel mit Trump zu tun» zu den Mechanismen der US-Außenpolitik geäußert. Blickt man hinter den sich aufplusternden Mann im Weissen Haus, so erkennt man eine zwar rücksichtslose und kaltblütige, aber dennoch konsequente Strategie der Männer, die wirklich den Ton angeben. Diese Strategie zeichnet sich unter anderem durch endlose Kriege aus. Diese sind einträglich für die Hintermänner, da sie von der Allgemeinheit finanziert werden. Kriege zu gewinnen war dabei nie das Ziel, Kostspieligkeit und die permanente Stationierung amerikanischer Truppen an neuralgischen – sprich, rohstoffreichen bzw. politisch-strategischen – Punkten hingegen alles. Die USA gingen dabei grosse geopolitische Risiken ein, die zunehmend nicht aufgehen. Falls die USA nicht den ganzen Karren in den Sumpf fahren möchten, müssen sie sich auf eine Qualität besinnen, wo die Amerikaner tatsächlich Weltspitze sind: Sich neu zu erfinden.
Die Graham-Politik hat ihren Namensgeber nicht lange überlebt
Den Dieseldeal kann man auf den ersten Blick getrost als Wahlkampfgag Trumps abtun, denn das Gesamtvolumen, dieser Vereinbarung, entspricht dem amerikanischen Dieselkonsum von nicht einmal einer Woche, so zwischen vier und sechs Tagen. Das ist ein Tropfen auf den heissen Stein und damit mit wirtschaftlichen Aspekten nicht zu begründen. Weiter halten sich die USA seit dieser Vereinbarung bei der Versorgung der Ukraine mit Zieldaten und Frühwarnungen zurück und auch das Starlinksystem wurde gedrosselt. Angriffe des Kiewer Regimes in die Tiefen Russlands werden dadurch schwieriger. Dieser Aussage von Selenski widersprechen jedoch die Amerikaner. Weitreichender ist allerdings der Entscheid Trumps, das vom verstorbenen Senator Graham initiierte Sanktionsgesetz gegen Russland auszusetzen. Ein klares Indiz, dass die USA ihre Politik gegenüber Russland überdenken.
Der historische Hunger des Westens, Russland zu schwächen und aufzuteilen
Geht es möglicherweise um noch viel mehr? Ich bringe hier meine Gedanken einer Richtungsänderung zu Papier, die den Konflikt in der Ukraine nachhaltig beeinflussen könnten. Die USA verfolgen – gemeinsam mit den Briten und der EU – das Ziel, Russland so zu schwächen, damit es schlussendlich zerfällt bzw. aufgeteilt werden kann, um an die Rohstoffe zu kommen. Das Kochbuch, die Betriebsanleitung dieser Strategie wurde 2019 von der Rand Corporation publizierte «Extending Russia» (deutsch: «Russland überfordern»).
Die Schwächung und Zerstückelung Russlands ist ein alter Plan. Der Einfachheit halber beginnen wir mit der Aufzählung der Attacken gegen Russland mit dem Krimkrieg (1853-1856). Russland wurde im Ergebnis nicht zerschlagen, verlor allerdings das Recht auf die Schwarzmeerflotte und musste sich bis 1871 gedulden, um dieses wiederzuerlangen. Der Russisch-Japanische Krieg (1904/1905), ein von der City of London finanzierter Versuch, war der nächste Angriff auf die Militärmacht Russlands. Der Erste Weltkrieg verbunden mit der Oktoberrevolution (1914-1917), der zum Untergang des Zarenreichs führte, folgte kurz darauf. Die Briten verloren jedoch durch den Sieg der Bolschewiki die Kontrolle über den Fortgang der politischen Ereignisse. Der Zweite Weltkrieg liess die Sowjetunion, deren grösster Teil Russland war, zur stärksten Landkriegsmacht aufsteigen. Der Untergang der Sowjetunion (1991) führte zum Ausverkauf der wertvollsten Industrien über Oligarchen, die von den Rothschilds und anderen angloamerikanischen Sponsoren finanziert wurden. Das brachte die City of London so nahe ans Ziel ihrer Träume wie nie zuvor. Neben dem Geld ihrer Gönner verfügten die Oligarchen unter Jelzin über politischen Einfluss der als erheblich, wenn nicht als allumfassend bezeichnet werden konnte. Erst mit der Wahl von Präsident Putin wurde den Oligarchen und somit der City of London das Zepter entrissen. Ein Grund dafür, dass die Briten Putin hassen wie der Teufel das Weihwasser.
Kriege liessen Russland bluten, leiden und schwächen, aber vermochten nie den Untergang einzuläuten. 1917 und 1991 bestätigten die (paraphrasierte) Aussage von Clausewitz’, Russland könne man nicht von aussen besiegen, sondern nur von innen zerstören. Die Versuche nach 2000, etwa Nawalny oder Chodorkowski zu installieren, waren läppische Veranstaltungen, da sie bereits aufgrund ihres mangelnden Status in Russland scheiterten. Schliesslich bediente man sich eines Bill Browders, eines verurteilten Steuerbetrügers, um Stimmung gegen Russland zu machen – ohne den geringsten Erfolg in Russland.
Der Stellvertreterkrieg auf ukrainischem Boden ist einmal mehr ein mit allen Mitteln – militärischen, politischen, wirtschaftlichen – geführter Angriff des Westens, der kläglich scheitert. Nie war Russland militärisch, ökonomisch (Russland hat weltweit die geringsten Schulden, einige Zwergstaaten ausgenommen) und gesellschaftlich stärker: Die grosse Mehrheit steht voll hinter der geopolitischen Ausrichtung Russlands.
Den Amerikanern scheint dies im Gegensatz zu anderen politischen Akteuren immer klarer zu werden, zumal sie sich neben dem Krieg gegen Russland in der Ukraine im Nahen Osten ein Problem geschaffen haben, das ebenfalls aus dem Ruder zu laufen scheint.
Die USA könnten den Nahen Osten komplett verlieren
Machtverlust der USA – Schritt für Schritt seit 1979
Die Amerikaner beherrschten den Nahen Osten seit dem Zweiten Weltkrieg. Zuerst übernahmen sie Saudi-Arabien von den Briten und nach dem Coup Ajax (1953) neutralisierten sie die Briten auch im Iran. 1979 brach ihnen mit dem Iran einer der beiden grossen Partner weg. Der von ihnen daraufhin vom Zaun gerissene Iran-Irak-Krieg (1980-1988) freute zwar die amerikanische Rüstungsindustrie und anfänglich auch die amerikanischen Oelinteressen im Irak, scheiterte jedoch an der Resilienz der Iraner.
Die darauffolgenden Konflikte ab 1991 (Irak 1991; Afghanistan ab 2001, Irak 2003, Libyen 2011) waren wiederum ein Festschmaus für den militärisch-industriellen Komplex, aber hinterliessen ausser Zerstörung und Tod kein geschäftlich nachhaltiges Ergebnis für die Amerikaner. Nachdem Netanjahu seit einem Vierteljahrhundert versuchte, jeden US-Präsidenten zu einem Angriff auf den Iran zu bewegen, gelang ihm das mit dem Blondschopf im Februar 2026. Das Ergebnis war und ist nicht nur ein militärisches Fiasko für die USA und Israel, sondern führte zu einem Erstarken der «Achse des Widerstands» in einem sowohl für Israel auch die die USA nie erwarteten Ausmass.
Die Strasse von Hormuz wird von den Iranern – zusammen mit Oman – kontrolliert. Bab-al Mandab wird von Ansarallah kontrolliert und scheint beste Chancen zu haben, das Haus Saud zu stürzen, wobei Alastair Crook, der ausgewiesene Experte und Autor von uns, davon ausgeht, dass die grösste Gefahr für MBS von innen kommt: MBS führt somit einen Zweifrontenkrieg –einen militärischen Konflikt, den er nicht in den Griff zu kriegen scheint, und einen Familienzwist. Die Hilfe, die ihm von den Franzosen und Briten zuteil wird, beschränkt sich auf den Schutz seiner Person. Die Saudischen Streitkräfte bestehen aus gutbezahlten Söldnern, die reich werden, aber sicher nicht ihr Leben geben wollen. Bei den «offiziellen» jemenitischen Streitkräften sieht es ähnlich aus. Dazu kommt, dass der Irak und Jordanien kippen könnten und die Situation in Syrien ebenfalls instabil ist. Der Mekka-Accord hat bis jetzt keine Ergebnisse gebracht: Keiner will Blut investieren.
Dominoeffekt ist eine realistische Möglichkeit – die britische Architektur geht unter
Fällt das Haus Saud, folgen unvermeidlich die übrigen Golf-Monarchien. Dann schwimmen den Amerikanern alle Felle davon. Die Folge wäre eine komplette territoriale und politische Neustrukturierung der gesamten Region, die mit Bleistift und Lineal von den Briten (unter Mithilfe der Franzosen) gezogen (Sykes-Picot) ins Leben gerufen wurde. Mit Sykes-Picot und späterem Einfluss der Briten wurden bis in die 70-er Jahre folgende Länder «gegründet», um die angelsächsische Vorherrschaft zu sichern: Syrien, Libanon, Irak, Palästina, Transjordanien (aus dem später Jordanien hervorging) als unmittelbare Folge von Sykes-Picot, sowie Saudi-Arabien, Kuwait, Bahrain, Katar, VAE, Oman danach. Alle diese Länder sind in Gefahr zu fallen. Bei ihnen handelt es sich um keine gewachsenen Nationalstaaten, denn ihnen fehlt eine gemeinsame nationale Identität. Sie sind künstliche Gebilde, Korporationen, deren Führer mit Geld und Macht ausgestattet wurden, um die Interessen ihrer Gründer zu vertreten. Diese Gebilde überleben so lange, wie sie nicht unter Druck kommen, da die Bevölkerungen im Krisenfall gar nicht zu erkennen vermögen, für wen und was sie eigentlich kämpfen.
Zwar sind zurzeit von den Amerikanern und den Israelis grosse Kriegsvorbereitungen zu ersehen, aber es ist ausgeschlossen, dass eine erneute Bombardierung des Irans für die Amerikaner einen Fortschritt bringen wird. Die jetzt ins Gespräch gebrachte «Mutter aller Bomben» ist zwar mit seinen 11 Tonnen Gewicht, die grösste amerikanische, konventionelle Bombe, wird jedoch gegen die unter mehr als einem Kilometer Granit liegenden Bunkerinfrastruktur der Iraner nur etwas Staub aufwirbeln. Selbst Nuklearbomben würden – ausser Verstrahlung – gar nichts ausrichten. Abgesehen davon haben die Iraner im Falle eines Angriffs bereits in Aussicht gestellt, die Golfstaaten und Israel in Schutt und Asche zu legen, was aus Sicht von Experten tatsächlich möglich ist. Eine Bodenoffensive gegen den Iran schliesse ich aus, da dies mindestens mehrere Millionen kämpfende Soldaten benötigen würde, um gegen eine iranische Streitkraft von zurzeit 3 Millionen Soldaten anzukommen. Über eine solche Armee verfügen die USA schlicht und einfach nicht, weder mit noch ohne NATO-Unterstützung. Als Marketing-Stunt könnten die USA möglicherweise ein Inselchen erobern, aber dieses zu halten und darin den Sinn einer solchen Offensive zu ersehen, dürfte außerhalb jeglicher militärischen Logik liegen.
Um die Huthis in den Griff zu bekommen, wären ebenfalls substantielle Bodentruppen nötig; auch da wird nichts geschehen, was die Position der Huthis schwächen könnte.
Sun Tse nicht gelesen oder nicht verstanden
Die Chancen, dass die Amerikaner ihre Position im Nahen Osten auch nur halten können, erachte ich als gering. Die Amerikaner haben die Iraner, Ansarallah, Hamas und Hisbollah komplett unterschätzt und die Israelis überschätzt. Das Leben und die Geschichte zeigen immer wieder, dass die Unterschätzung des Gegners zum Untergang führen kann; einer der Belege dafür war Deutschland, als es die Sowjetunion überfiel. Trump sprach über den Iran, wie Hitler über die Sowjetunion.
Der 2'500 Jahre alte Standartwerk der Kriegskunst – die Kunst des Kriegs von Sun Tse – wird viel zitiert, an den amerikanischen Militärakademien gelehrt, aber offensichtlich nicht verstanden oder umgesetzt. Das Kennen des Gegners und seine eigenen Stärken und vor allem Schwächen ist die wohl wichtigste Voraussetzung, einen militärischen Konflikt zu gewinnen.
Israel wird als Nazi-Staat den Persern, Arabern und Türken gegenüberstehen – allein
Die Israelis, die von sich behaupten das Volk der Juden zu sein – wobei ich dieser Behauptung widerspreche – haben sich seit 1948 in Genozid geübt, ab 2023 diese Gemetzel zu einer perversen Kunst erhoben und stehen den Nazis darin in nichts nach. Wobei ich anfügen möchte, dass die Nazis diese Verbrechen im Verborgenen, die Israelis jedoch diese horrenden Taten in aller Öffentlichkeit begehen und darauf noch stolz sind. Die zionistische, mit Milliarden gespeiste Propagandamaschinerie kommt selbst im Westen ins Stocken, obwohl praktisch jedes Medium im Westen diesen Genozid unterstützt. Selbst die Schweizer Weltwoche, deren Verleger Roger Köppel immer wieder betont, dass er immer die Gegenposition des Mainstreams ergreift, tut dies in diesem Fall nicht – er fördert mit Inbrunst den Völkermord, indem er ihn verneint und das Projekt Grossisrael als Friedens- und Demokratieprojekt verkauft.
Abgesehen von diesen unappetitlichen, den Genozid fördern Menschen, mag niemand die Israelis. Wie auch, wenn die grosse Mehrheit der israelischen Bevölkerung den Genozid unterstützt. Vom Westen verschwiegen, verweigern folgende Staaten die Einreise israelischer Bürger: Afghanistan, Algerien, Bangladesch, Brunei, Iran, Irak, Kuwait, Libanon, Libyen, Syrien, Jemen, Malediven. Erschwert wurde die Einreise von Malaysia, Pakistan, Oman und Saudi-Arabien. Das hat nicht nur mit Israel als Staat zu tun; vielmehr kursieren tausende von Videos über israelische Touristen, die sich als “Herrenmenschen” unmöglich aufführen - so etwa in Thailand, wo viele Restaurants keine Israelis mehr bedienen. Da die meisten Menschen zu ignorant sind, zwischen Zionisten und Juden zu unterscheiden, kommen die Juden einmal mehr unter die Räder und werden für das unmögliche Verhalten Israels, eines zionistischen Projekts, verantwortlich gemacht; dazu mein Artikel “Anti-Zionismus ist nicht Antisemitismus”.
Ich gehe davon aus, dass das Problem Israel von den Opfern selbst gelöst wird. Falls sie Gegenrecht bei der Wahl der Mittel anwenden, so kann man sich auf etwas gefasst machen.
Eine neue Strategie der USA – Russland als Fürsprecher im Nahen Osten
Es ist immer dumm, den Gegner zu unterschätzen und es wäre naiv, gefährlich und falsch, die strategischen Überlegungen der Amerikaner am dummen Geschwätz von Trump zu messen. Eine intelligente Strategie der USA in dieser schwierigen Situation könnte es tatsächlich sein, dass sie den Russen – in naher Zukunft – durch den Entzug von Unterstützung für die Ukraine und die sie unterstützenden Europäer in der Ukraine freie Hand geben, was zu einem zeitnahen Frontzusammenbruch der Ukrainer führen würde und die Russen zeitnah militärisch obsiegen liess.
Aufgrund der gegenwärtigen Lage und der Kräfteverhältnisse im Nahen Osten ist es wahrscheinlich, dass die Amerikaner die Vorherrschaft über eine der reichsten Regionen in der Welt verlieren werden: Nach dem Fall des Hauses Saud und der Golfsaaten, werden die USA ihre Militärbasen in dieser Region verlieren und sie werden versuchen ihren geschäftlichen Einfluss – etwa durch Förderungslizenzen, beizubehalten, welche sie dann wohl von den Nachfolgern erwerben wollen. Ohne den Einfluss eines mächtigen Fürsprechers wird dies nicht möglich sein. Als Fürsprecher kämen im neuen Nahen Osten die Türken, die Iraner, die Chinesen oder die Russen in Frage. Präsident Erdogan ist keine weise Wahl – er ist etwa so zuverlässig wie Trump; die Iraner, die die USA mehrmals angegriffen haben, ebenfalls nicht. Die Chinesen sind zweite Wahl, da sie in amerikanischen Augen der Hauptgegner der USA sind. Die Russen bieten gute Gewähr, schon aufgrund der Tatsache, dass sie bei internationalen Verträgen immer Wort halten. Das mag so gar nicht zur westlichen Propaganda passen, aber Präsident Clinton sagte am 25. September 2013: „He kept his word in all the deals we made.“ Auf die Frage, ob Putin jemals eine persönliche Vereinbarung mit ihm gebrochen habe, antwortete Clinton: „No, he did not.“
Die Amerikaner haben somit gute Gründe, mit den Russen auf gut Wetter umzuschalten.
Die Konsequenzen für die europäischen Staaten, die NATO und die EU werden bitter sein
Die Amerikaner würden damit Europa im Stich lassen, die NATO aushöhlen und die EU als Machtzentrum ausschalten. Verlassen die USA Europa, so wird Europa die Kosten gegen einen (Fantasie-)Feind nicht finanzieren können, von der Bereitstellung von Truppen ganz zu schweigen.
Der bellikoseste Vertreter in Europa ist Friedrich Merz, der im wirtschaftlich am Abgrund stehenden Deutschland die russische Gefahr zur Priorität Deutschlands erhebt.
«Meine grösste Sorge gilt NICHT unserer Wirtschaft. Meine grösste Sorge gilt dem Einfluss, den Russland auf unsere Gesellschaft ausübt.»
Das grenzt an Irrsinn, da die Deutschen ganz und gar nicht gegen die Russen in den Krieg ziehen wollen. Oder kein Irrsinn?
Möglicherweise folgt Merz Hermann Göhring, der sagte:
„Natürlich will das einfache Volk keinen Krieg – weder in Russland noch in England noch in Amerika und auch nicht in Deutschland. Das versteht sich. Aber schließlich sind es die Führer eines Landes, die die Politik bestimmen, und es ist immer leicht, das Volk mitzuziehen … Man braucht ihm nur zu sagen, es werde angegriffen, und die Pazifisten wegen mangelnden Patriotismus und wegen Gefährdung des Landes anzuprangern. Das funktioniert in jedem Land gleich.“
Hermann Göhring, 18. April 1946
Das Blut in den Adern der europäischen Völker beginnt zu kochen: Niemand hat ihnen gesagt, dass sie wegen der aggressiven Haltung gegen Russland untergehen würden. Zeugnis davon sind die Unruhen in Frankreich, Italien und Albanien – sie werden sich geographisch und in ihrer Intensität ausbreiten.
Das sind keine Voraussetzungen, um zu überleben, geschweige denn zu gedeihen. Dank der Propaganda der westlichen Medien, riechen die meisten Europäer dennoch den Geruch des Untergangs noch nicht.
Geschieht kein Wunder, wird Europa zum Armenhaus und dann werden die Amerikaner mit Firmen wie BlackRock zurückkommen und Europa für 10 Cents pro Dollar aufkaufen – und gleichzeitig die Freundschaft ausrufen. Wie war das noch mal mit dem Zweiten Weltkrieg und der freundlichen Rettung Europas durch die USA?
Fazit
Dieses Gedankenspiel findet durchaus fruchtbaren Boden in den heutigen Realitäten. Es wäre ein Weg, der den Weltkrieg zwischen den Grossen – und damit schliesslich das grosse nukleare Armageddon – verhindern könnte.
Ist dieser Plan der Amerikaner dem eigenen Volk vermittelbar? – Was die Europäer oder Selenski von sich geben, denken, wünschen und wollen, ist irrelevant.
«Vollziehen die USA eine Richtungsänderung?»