Globale Wendepunkte führen die Welt in den Zustand der Entropie
Wendepunkte in der Geschichte
Es gab in der Geschichte viele Wendepunkte; um nur einige Beispiele zu nennen:
Der Westfälische Frieden von 1648
Die Französische Revolution von 1789
Der Wiener Kongress von 1815
Der erste Weltkrieg 1918
Der zweite Weltkrieg 1945
Viele dieser Wendepunkte führten zu Machtveränderungen in Europa. Das waren lediglich Stabübergaben innerhalb der Welt, die wir heute den «Kollektiven» Westen nennen. So zum Beispiel der Untergang des deutschen Kaiserreiches, des K&K-Reiches, des Osmanischen Reiches und des russischen Zarenreiches am Ende des ersten Weltkriegs.
Diese Machtverschiebungen waren erheblich, dennoch: Was zurzeit vor sich geht, ist mit den vergangenen Wendepunkten nicht zu vergleichen, da sie den ganzen Globus umfassen. Das Zepter der Macht wird nicht innerhalb des Westens übergeben, sondern es wird zu einer Verschiebung der Macht hin nach Osten und dem «Globalen Süden» kommen.
Von Wendepunkten zur Entropie
Erstaunlich sind die Dimensionen, die Anzahl der beteiligten Nationen, die geographische Ausdehnung und die Geschwindigkeit, wie sich die gegenwärtigen geopolitischen Krisen entwickeln.
Die Ukraine als Kriegsplattform der USA, NATO, EU, Russland
Russland wird militärisch obsiegen
Betrachtet man die militärischen Frontberichte, so wird jedem Beobachter klar, dass Russland seine militärischen Ziele erreichen wird. Hätte bei einem erfolgreichen Friedensschluss im Frühling 2022 Russland noch auf den Donbass, Cherson und Saporoschje verzichtet, so ist ein solcher Friedensschluss unter den gegebenen Umständen unrealistisch, da Donezk, Lugansk, Saporoschje und Cherson seit September 2022 Teil der Russischen Föderation sind. Es ist zurzeit nicht zu erkennen, wie weit der militärische Vorstoß der Russen gehen wird. Ich habe mich dazu in meinem Artikel „Der Sommer, in dem der Frieden starb“ geäussert, auf den ich verweise. Für die Situation an der Front verweise ich einmal mehr auf Military Summary; diesem Kanal folge ich seit bald fünf Jahren und er berichtet objektiv.
Katastrophale Mobilisationssituation in der Ukraine
Man sieht Tausende von Videos, wie junge Männer in der gesamten Ukraine auf den Straßen wie Tiere gejagt werden, um sie durch Zwang zu rekrutieren. Seit Neuestem kursieren jedoch auch Videos, die zeigen, dass die Zwangsrekrutierten teilweise ohne Uniformen und sogar in Handschellen an die Frontlinien transportiert werden wie Verbrecher – damit sie nicht flüchten. Ich überlasse es den Lesern, über die Kampfkraft dieser Männer gegen kampferprobte und motivierte russische Soldaten zu sinnieren.
Der neueste Schritt der ukrainischen Militärführung besteht darin, Frauen zwangszurekrutieren. Betrachtet man diese Situation, so verwundert die Aussage von Scott Ritter nicht, dass die Ukrainer 30-mal mehr Soldaten verlieren als Russland. Über diese menschenverachtende Behandlung der eigenen Soldaten in der Ukraine hört man im Westen nichts.
Ukrainische Freiwillige, die später spurlos verschwanden, sollen Drohnen und künstliche Intelligenz eingesetzt haben, um die Zahl der Soldatengräber in der ganzen Ukraine zu erfassen. Sie zählten 2'000'054 Gräber. Dazu kommen die von den eigenen Leuten in Massengräbern verscharrten Toten und die Verwundeten – die Verluste der Ukrainer scheinen tatsächlich astronomisch zu sein. Dennoch behauptet Selenskyj, dass nur 50'000 ukrainische Soldaten getötet worden seien. Ich war vor einigen Wochen an einer Beerdigung in Russland. Die Soldatengräber sind an der russischen Flagge und der Flagge der Einheit des Gefallenen leicht auszumachen. Es gab Soldatengräber, aber kein Flaggenmeer wie in der Ukraine.
Militärisches Obsiegen löst das geopolitische Problem Russlands nicht
Was immer militärisch erreicht werden muss, wird von Russland erreicht werden, aber damit ist das geopolitische Problem für Russland an seiner Westgrenze nicht gelöst, denn das Ziel sind nicht neue Territorien, sondern Ruhe im Westen. Ein Ziel, das Russland buchstäblich seit Jahrhunderten anstrebt und bis jetzt nie umsetzen konnte. Immer wieder wurde Russland aus dem Westen angegriffen und zahlte regelmässig einen hohen Preis in Blut, Geld, industriellen Kapazitäten, die für Rüstung statt für zivile Zwecke verwendet werden. Damit wurde Russland in seiner gesellschaftlichen Entwicklung immer wieder zurückgeworfen.
Falls Russland zivilwirtschaftlich nachhaltig mit den Grossen mithalten will, so ist die zuverlässige Sicherung der westlichen Grenze eine Bedingung, ohne die es nicht gehen wird. Russland ist zwar das einzige Industrieland der Welt, das autark und somit fähig ist, einen jahrzehntelangen Krieg auszufechten; allerdings würde eine derartige Konfrontation das Land an der Umsetzung seiner eigentlichen Entwicklungsziele massiv hindern.
Die Unglaubwürdigkeit der USA bezüglich Verhandlungen mit Russland
Die Unglaubwürdigkeit der USA gegenüber Russland ist mehrschichtig. Am 15. September sagte Außenminister Lawrow wörtlich:
«Wenn die Amerikaner nicht von den Vereinbarungen von Anchorage abgerückt wären, wenn Europa sie nicht von diesen Vereinbarungen weggezogen hätte, würden wir bereits seit einem Jahr ohne Krieg leben.“
Sergei Lawrow, 15. September 2026
Russland wäre unter dieser Vereinbarung grosse Kompromisse eingegangen. Russland hätte den Donbass erhalten, den Konflikt in Saporoschje und Cherson eingefroren und auf weitere Gebiete verzichtet. Ein objektiv schlechter Deal für Russland, der jedoch auf eine sehr grosse Kompromissbereitschaft der Russen hinwies. Die Russen gingen davon aus, dass diese mündliche Vereinbarung als Gentleman-Vereinbarung Geltung hatte. Gentlemen agreements sollte man jedoch nur mit Gentlemen abschliessen. Die Russen wurden von den Amerikanern eines Besseren belehrt. Die Russen sind über diesen Vorfall mehr als verschnupft und mussten sich eingestehen, dass mit der amerikanischen Regierung keine Vereinbarungen möglich sind. Ich persönlich bin über diese Einsicht dahingehend überrascht, dass sie reichlich spät kam. Auch schriftliche Vereinbarungen mit der amerikanischen Regierung sind nicht werthaltig. Dies zeigte sich im Bruch des Memorandum of Understanding, das die Amerikaner im Juni mit dem Iran schlossen. Somit muss man zum Schluss kommen, dass dieser Konflikt bzw. jeder Konflikt, in welchem die USA mittelbar oder unmittelbar beteiligt sind, bis zum Ende ausgefochten werden muss. Eine bittere Lektion für jeden Vertragspartner der USA.
Risiko einer Eskalation ist beachtlich
Die Ukraine versucht verzweifelt, die NATO offiziell in diesen militärischen Konflikt zu treiben. Dabei ist erstaunlich, dass europäische Länder – allen voran Deutschland und Grossbritannien – nicht nur ihre Bereitschaft signalisieren, sondern tatsächlich alles tun, um ihre Völker auf einen Krieg mit Russland vorzubereiten.
Anstatt Vieler zeigen wir hier als Beispiel Sir Jacob Rees-Mogg ehemaliger Kabinettsminister und Abgeordneter für North East Somerset, der in diesem Gesprächsausschnitt die Situation mit Russland – ohne es zu nennen – mit der Situation im ersten und zweiten Weltkrieg vergleicht:
“Es ist möglich, dass wir in den nächsten Jahren mit einem Krieg konfrontiert werden, und wenn es dazu kommt, brauchen wir Menschen, die sich den Streitkräften anschließen und hinausgehen, um ihre Pflicht zu erfüllen. Es kann sogar vorkommen, dass Menschen sterben müssen, um ihr Land zu retten, so wie es im Ersten und Zweiten Weltkrieg und in vielen anderen Kriegen davor und danach der Fall war. Das ist es, was ein Land am Leben erhält.
Wenn die Menschen nicht bereit sind, ihre Pflicht zu erfüllen, wird das Land von einem anderen Land übernommen. Letztendlich ist das – auf die eine oder andere Weise – ein Grund dafür, warum das antike Rom unterging. Die Menschen waren nicht mehr bereit, für das zu kämpfen, woran sie glaubten, für das System, das sie hatten. Sie bezahlten andere dafür. Sie hatten Söldner, die für sie kämpften, und schließlich beschlossen die Söldner, dass sie das Ruder selbst übernehmen könnten.”
Sir Jacob Rees-Mogg, 21. September 2026
Man ruft somit junge Menschen zu den Waffen, um sich auf den Krieg gegen Russland vorzubereiten. In Deutschland sind die Erfolge für solche Versuche kläglich gescheitert. Freiwillig haben sich von über 300.000 befragten jungen Deutschen lediglich 0,17% dazu bereit erklärt, Dienst in der Bundeswehr zu leisten. Weiter kam vor ein paar Tagen heraus, dass in der Bundeswehr selbst nicht einmal 5’000 Freiwillige für ein Bataillon in Lettland gefunden wurden.
Es ist unverständlich, was diese europäischen Länder außer Propaganda im Schild führen. Die europäischen Länder verfügen auch gemeinsam nicht über militärische Kräfte, mit denen sie auch nur den Hauch einer Chance hätten, gegen die russischen Streitkräfte bestehen zu können. Die Russen sind von diesem Kasperl-Theater in Europa auf keinen Fall beeindruckt, jedoch angewidert. Ich gehe davon aus, dass diese Kriegspropaganda in Europa lediglich den Zweck hat, das antirussische Narrativ aufrecht zu erhalten.
Sowohl Präsident Putin als auch Außenminister Lavrov weisen immer wieder darauf hin, dass sie kein Interesse daran haben, Nato-Ziele außerhalb der Ukraine anzugreifen. Falls die europäischen Staaten jedoch dumm genug sind, auch nur kleinere europäische Truppenverbände in die Ukraine zu senden, könnte sich die Situation schlagartig ändern.
Das derzeit größte Eskalationsrisiko liegt darin, dass die Europäer wohl gemeinsam mit den Amerikanern eine sogenannte false flag attack in Europa planen, um irgendwie Artikel 5 der NATO-Charta ins Spiel zu bringen. Gemäss dem geopolitischen Analysten Warren Thornton, laufen die Vorbereitungen für false flag attacks auf Hochtouren. Er schreibt auf X:
«Das sind die Ziele: Der Flughafen von Mallorca in Spanien. Das Sorrento Continental Hotel in Italien. Die Promenade des Anglais in Nizza. Das Gebiet westlich von Sardinien, von dem aus der Angriff starten soll. Beteiligt sind die CIA, der französische Marinegeheimdienst und der ukrainische Sicherheitsdienst SBU. Als Methode dienen drei «Gerbera»-Drohnen, die nach russischen Angriffen geborgen wurden. Ziel ist es, Zivilisten zu töten und den Eintritt Europas in den Krieg auszulösen. Weitere Details gibt’s jetzt in unserer Nachrichtensendung. Wir haben fünf unabhängige Quellen: zwei Mitarbeiter des französischen Marinegeheimdienstes, zwei Mitarbeiter der spanischen Botschaft und ein Mitglied des ukrainischen SBU. Wir stehen zu unserer Meldung zu 100 %.»
Warren Thornton, 24. September 2026
Ob diese Theorie stimmt, kann ich nicht beurteilen, aber dass die Europäer etwas derart Abartiges versuchen werden, ist keineswegs abwegig.
Die amerikanischen Kriegszüge im Nahen Osten ab 2001
Schaut man auf die vergangen 25 Jahre zurück, so versuchten die USA ab 2001 den Nahen Osten nach der Wolfowitz-Doktrin neu zu ordnen. Keiner der von den USA in dieser Zeitspanne vom Zaun gerissenen Kriege (Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, Jemen, Somalia, etc.) war erfolgreich. Vielmehr zeigte sich bereits damals, dass dem Hegemonen die Mittel, die militärische Strategie, Kraft und die Glaubwürdigkeit fehlten, um erfolgreich agieren zu können. Ist man jedoch der Ansicht, dass die eigentliche Absicht Destabilisierung und Chaos war, so waren sie äusserst erfolgreich. Dennoch kam man gemeinsam mit Israel auf den Plan zurück, offensichtlich nachdem es Israel gelungen war die amerikanische Politik komplett zu unterwandern.
Israel: Genozid und Grossisrael
Der unmittelbare Startschuss zu den Projekten Genozid und Grossisrael fiel am 7. Oktober 2023, eine militärische Aktion der Hamas wurde zur false flag attack, um den Genozid gegen Frauen, Kinder und sonstige Zivilisten in Gaza und später in der Westbank und Libanon zu rechtfertigen. Dies war wiederum der Startschuss zur Weiterführung des Projekts Grossisrael; vorerst wurden Syrien und der Libanon angegriffen. Obwohl die westliche Presse das genozidale und imperialistische Handeln Israels nicht nur runterspielt, sondern vollumfänglich unterstützt und befeuert – auch durch die Medien der «neutralen» Schweiz – wird Israel in der westlichen Welt von den Bevölkerungen immer kritischer betrachtet. Gemäss Pew Research betrachten 60% der Amerikaner Israel negativ. Die westlichen Medien vermitteln somit ein Bild, das in der Bevölkerung keine Bestätigung findet.
Als der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu das Podium betritt, um am Donnerstag vor dem Plenum zu sprechen, verliessen Delegiertee der UNO-Generalversammlung massenhaft den Saal.
Netanyahu nannte diese Delegationen “moral cowards” – moralische Feiglinge; mit anderen Worten, Genozid bedarf Mut – mir fehlen die Worte.
Interessant ist ein Foto des Plenarsaals während der Reden von Netanjahu und Perseshkian.
Es ist mir ein Anliegen, meinen westlichen Lesern immer wieder in Erinnerung zu rufen, was vor unseren Augen – die viele verschliessen – in Gaza tatsächlich vor sich geht.
Grosseskalation im Nahen Osten - Kontrollverlust
Eine weitere Beschleunigung der Ereignisse erfuhr die Welt ab Februar 2026. Seither geht für den Westen und Israel im Nahen Osten alles schief. Der Globale Süden hat dem Westen die Initiativhoheit bereits entrissen. Beschränkte sich der Iran anfangs darauf, auf die amerikanisch-israelischen Aggressionen zu reagieren, sind es jetzt die Iraner und die jemenitische Ansar-Allah-Bewegung, welche den Takt vorgeben.
Ansar-Allah gelang es innert kürzester Zeit, die gesamte Westküste Jemens unter seine Kontrolle zu bringen und kontrolliert damit nicht nur die Meerenge Bab-al Mandab, sondern auch die vor der Küste liegende Insel Perim Mayyun. Komplett ohne westliche Berichterstattung geht der Vormarsch weiter und es könnte durchaus sein, dass Aden bald genommen wird.
Weiter wurden die Ost-West Pipeline der Saudis lahmgelegt und Ziele in der Nähe von Ryad angegriffen. Bis jetzt sehen sich die Saudis ausserstande diesem Grossangriff militärisch ernsthaft etwas entgegenzusetzen, denn selbst scheinen sie nicht in der Lage dazu zu sein und mehrmalige Hilferufe an Trump und andere haben nicht gefruchtet. Die Mekka-Vereinigung, die Pakistan, Saudi-Arabien und die Türkei in einer Militärallianz zusammenfasst, scheint ebenfalls Geschichte zu sein, denn auch diese «Freunde» verweigerten die Hilfe.
Die grossartige Ankündigung von Präsident Marcron, Truppen nach Saudi-Arabien zu entsenden, wird daran auch nichts ändern. Arabien heisst Saudi-Arabien, da dieses Land von einer Familie – einem Stamm – den Sauds beherrscht wird. Ein Stamm, der durch die Amerikaner beschützt wird. Es gibt jedoch noch weitere ca. 100 Stämme auf dem Gebiet von Saudi-Arabien. Es ist sehr gut möglich, dass diese sich mit Ansar-Allah zusammentun und das Haus Saud stürzen könnten. Die Familie Saud hat kein Einkommen mehr und scheint ausserstande, so wie bisher mit Zahlungen alle jene ruhig zu stellen, die ihnen gefährlich werden könnten. Es ist möglich, dass das Kartenhaus Saud in sich zusammenbricht, und dann würde ich keinen Pfifferling mehr auf die restlichen Golfstaaten geben.
Alastair Crooke wies weiters mehrmals darauf hin, dass diese Dynamik auf den Irak, neben dem Iran eine weitere jahrtausendalte Zivilisation, überschwappen könnte. Falls dies geschieht, wird wohl auch Kuwait untergehen. Ein weiterer Schwelbrand ist ebenfalls in Jordanien auszumachen. Es ist somit gut möglich, dass die gesamte von den Briten vor gut 100 Jahren aufgestellte Architektur im Nahen Osten innert weniger Monate fallen könnte, ohne dass die Amerikaner in irgendeiner Form diesen Tsunami aufhalten können. Arabien den Arabern, Persien den Persern und die Amerikaner endgültig raus. Passiert dies, wird Israel vom Täter zum Ziel, von Opfer kann man in diesem Zusammenhang ganz sicher nicht sprechen. Wie die kommenden Großmächte des Nahen Ostens mit den genozidalen Zionisten verfahren werden, sollte man jenen überlassen, welche die grössten Opfer gebracht haben, denn Palästinenser sind Araber.
Europa
In Europa herrscht das nächste Chaos. Deutschland ist das erste Land – früher Exportweltmeister und die grosse Macht der EU – das Gefahr läuft, politisch unregierbar zu werden. Die Alternative für Deutschland (AfD), welche von den bisher führenden Parteien als rechtsextrem und hitlermässig bezeichnet und durch eine sogenannte Brandmauer von der Regierungsbeteiligung ausgeschlossen wurde, siegte nicht nur in zwei ostdeutschen Landtagswahlen erdrutschmässig, sondern führt in Umfragen auf Bundesebene klar vor der CDU (30% zu 20%). Die Zustimmungsrate von Bundeskanzler Merz liegt bei 10%, ein Gradmesser, der die Unzufriedenheit des Volkes offenbart und jeden echten demokratischen Kanzler zum Rücktritt getrieben hätte. Ob die Deutschen angesichts dieser politischen Situation wie in der Vergangenheit die Faust im Sack machen und nichts tun, ist ungewiss. Ein Kanzlersturz täte Deutschland gut. Die AFD ist die einzige große Partei, welche das Gespräch und Frieden mit Russland sucht, was für dieses einst blühende Industrieland nicht nur bitter nötig, sondern eine Bedingung ist, ohne die es wirtschaftlich nicht überleben kann. Die Alternative zu tatsächlichen und grundsätzlichen politischen Veränderungen in Deutschland ist der durch Kanzler Merz und die herrschenden politischen Eliten angestrebte Krieg gegen Russland. Das letzte Mal, als Deutschland gegen Russland 1941 in den Krieg zog, sandte Adolf Hitler 3,7 Millionen Soldaten gen Osten und scheiterte trotz genozidalem Verhalten der Deutschen, das ca. 17 Millionen Zivilisten das Leben kostete. Wie oben bereits ausgeführt sieht sich die Bundesrepublik Deutschland heute ausserstande, eine Brigade von 5’000 freiwilligen Soldaten für das Baltikum zusammenzustellen. Das scheint den Kanzler nicht zu kümmern, was ein klares Zeichen des Irrsinns ist, der sich seiner bemächtigt hat. Dies ist ein starkes Indiz dafür, dass er im Interesse einer ausserhalb Deutschlands liegenden Kraft handelt. Ein Schelm, der glaubt, dass dies etwas mit seiner BlackRock-Vergangenheit zu tun hat. Jene Leute, die ihn als Kanzler zu installieren vermochten, können sich auf die Schulter klopfen, da sie sich eine Marionette zum Schnäppchenpreis von ein paar Millionen geangelt haben.
Der folgende Clip zeigt die neue Führung in Berlin sich präsentiert – die Linken haben übernommen. Ohne Worte:
Im Rest Europas sieht es nicht erfreulicher aus. Im April 2027 finden die Präsidentschaftswahlen in Frankreich statt. Macron kann nicht mehr teilnehmen und Marine Le Pen hat einen grossen Vorsprung gegenüber den anderen Kandidaten. Die Situation ähnelt somit jener in Deutschland: Eine Partei, welche von den Parteien, die gegenwärtig an der Macht sind, als rechtsextrem verschrien ist und dennoch beim Volk am besten ankommt. Die Position Le Pens bezüglich Frieden mit Russland ist unklar – sie scheint mit gespaltener Zunge zu sprechen: Einerseits möchte sie einen Verhandlungsfrieden, unterstützt jedoch gleichzeitig die Ausbildung ukrainischer Truppen. Eine Vollblutpolitikerin, die sich so positioniert, dass sie möglichst viele Stimmen einfangen kann. Die finanzielle Situation Frankreichs ist bitter, ohne süss zu sein. Die Steigerung des Zinssatzes der 10-jährigen französischen Obligationen in den letzten zwölf Monaten war noch grösser als in allen anderen europäischen Ländern.
Trump
Die Politik von Präsident Trump scheint nur auf den ersten Blick schwer verständlich. Sein konstantes hin- und her bezüglich der Ukraine, dem Iran und Israel ist nicht zielführend und schädlich für das Ansehen der USA im Weltverbund. Der Grund für das gegenwärtige Agieren Trumps sind die Zwischenwahlen im November. Trump kämpft gegen den von ihm verursachten hohen Ölpreis, den er zwar durch die Manipulation der Future Märkte vor dem kompletten Ausbrechen schützen kann. Doch die effektiven Marktpreise bewegen sich 30% bis 50% über den manipulierten Fantasie-Future-Preisen. Dass die Future-Preise tatsächlich manipuliert sind, zeigt sich etwa bei den Dieselpreisen an den Tankstellen, die nur eine Richtung kennen und auf der ganzen Welt Niveaus erreicht haben, die einmalig sind. Diesel ist das Blut der amerikanischen Wirtschaft und hohe Preise sind sie einer der grössten Inflationstreiber, da praktisch alle Güter durch LKWs transportiert werden, die Landwirtschaft davon abhängt und grosse Teile der Industrie auf Diesel basiert. Der neueste Slapstick von Trump: Er macht Selensky für den hohen Dieselpreis verantwortlich, da die Ukraine russische Raffinerien angreift; Er tut dies einzig, um von den grössten Preistreibern abzulenken, der Blockade von Hormuz und Bab-al Mandab,.
Irgendwie will Trump das Steuer noch herumreissen, aber es scheint, dass Trump die in ca. sechs Wochen anstehenden Zwischenwahlen verlieren wird. Gemäss Polymarket, einem amerikanischen Online-Prognosemarkt, auf dem Nutzer auf die Ergebnisse zukünftiger Ereignisse wetten, wobei die Marktpreise die kollektiven Wahrscheinlichkeitsschätzungen widerspiegeln, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die Republikaner die Mehrheit im Repräsentantenhaus und dem Senat verlieren bei 66%. Sollte dies eintreffen, so wird Trump wohl mit einem Impeachment-Verfahren konfrontiert werden. Dann läuft er Gefahr von einer lame duck zu einer dead duck zu werden und von seinem Wendehals-Vize Vance ersetzt zu werden – keine guten Aussichten für die Vereinigten Staaten.
Der letzte Auftritt Trumps diese Woche vor der UNO-Generalversammlung war Zeugnis seines psychopathischen Charakters: Er kündigte an – nota bene nach den Wahlen – entweder Iran zu einem reichen Land zu machen oder es komplett zu zerstören.
Trump steht Adolf Hitler in nichts nach. Hitler sagte in seiner Rede im Berliner Sportpalast am 4. September 1940, «wir werden ihre Städte ausradieren». Trump will eine 5'000-jährige Zivilisation ausradieren, selbstverständlich ohne Rechtsgrundlage, gottgleich. Damit ruft Trump öffentlich zum Genozid einer ganzen Zivilisation auf. Man kann sich fragen, ob er ins Gefängnis oder in eine Klinik gehört, aber die Tatsache, dass er ungeschoren solche Aussagen vor der Weltöffentlichkeit machen kann, zeigt das Niveau, auf das die westliche Zivilisation gesunken ist. Ich verweise auf eine Rede, die ich am 3. September in der Schweiz gehalten habe:
Die Finanzmärkte
Meine Bemerkungen zur Instabilität der Finanzmärkte waren bereits zahlreich. Jetzt scheinen sich meine Unkenrufe zu bewahrheiten. Neben den Überbewertungen in den Aktienmärkten verwies ich immer wieder auf die nicht nachhaltige Situation in den Obligationenmärkten. Bei den intelligenteren Marktteilnehmern beginnt sich die Angst zu artikulieren. Herr Bessent hat die Kontrolle über die Zinsen verloren. Am 28. August 2026 schaute ich den Zins an, welchen die USA für ihre Schulden durchschnittlich bezahlen muss; dieser betrug damals 3.35% (Mai), was eine Zinslast von 1’340 Milliarden pro Jahr ergab. Heute liegt dieser Durchschnittszins bei 3,49% (August); der Schuldenberg liegt per heute auf 40'070 Milliarden, hat sich somit bereits wieder um 70 Milliarden erhöht. Die Zinszahlungen pro Jahr haben sich in dieser kurzen Zeit somit um 56 Milliarden auf 1'396 Milliarden pro Jahr erhöht.
In den letzten 28 Tagen hat sich der Zins der 10-jährigen US-Obligation von 4.722% auf 5.185% erhöht, das sind 0.46%. Es sieht nicht so aus, dass dieser Trend sich ändert. Hält dieses Tempo an, so wird nicht nur der Obligationenmarkt von Staatsobligationen kollabieren, sondern auch die aufgetürmten Schuldenberge im KI-Bereich. Das gleiche Bild zeigt sich in Europa und auch Japan. Man muss nicht Wetten abschliessen, ob der Kollaps kommt, sondern wann und wem die USA den Vortritt geben – den Japanern oder den Europäern. Das ist meine persönliche Meinung. Bezüglich timing liege ich regelmässig falsch, was mich gelehrt hat, in diesen Märkten nicht tätig zu sein. Ich habe das grosse Privileg, mich mit einem der erfolgreichsten Investoren weltweit regelmässig zu treffen. An unserem letzten Treffen stimmte er mir grundsätzlich zu, äusserte jedoch, dass ich mir nicht vorstellen könne, welche Tricks und Mittel den Amerikanern noch zur Verfügung stünden, das Unvermeidliche hinauszuzögern.
Das Ausmass dieser Krise wird alles in den Schatten stellen, was die Menschheit je gesehen hat. Verglichen mit heute, war die 2008-Krise ein Spaziergang im sonnigen Park mit schmackhaftem Picknick. Ein solcher Kollaps im Westen wird sich auch auf die geopolitische Bewegungsfreiheit der betroffenen Länder auswirken; man ist dann auf einmal sehr mit sich selbst beschäftigt. Ob dies zur Eskalation in der geopolitischen Arena führen wird, weiss niemand. Mit Sicherheit werden jedoch die «Experten», welche die Märkte mit ihrem Hurrageschrei immer noch vor sich hertreiben, mit ernstem Gesicht ausführen, dass man damit einfach nicht hätte rechnen können – wie immer.
Entropie
Alle diese tektonischen Einzelbewegungen führen zu einer regelrechten Entropie, einem Begriff aus der Thermodynamik. Übersetzt in die Geopolitik beschreibe ich die Situation als eine gewaltige irreversible Unordnung und Ungewissheit der verschiedenen internationalen Systeme. Bestehende Machtstrukturen, Regeln, Institutionen und Hierarchien verlieren an Bindungskraft, und eine neue Ordnung, die Stabilität versprechen würde, ist nicht absehbar.
Denn der Kollektive Westen, der das Zepter bis vor kurzem fest in den Händen hielt, ist nicht gewillt, Kompromisse einzugehen, um seine Stellung als Hegemon nicht zu gefährden.
Der Globale Süden, von der Geschwindigkeit der Ereignisse selbst überrascht, hat noch keine kohärente gemeinsame zielführende Politik gefunden, um dem Westen das Zepter zu entreissen.
Es scheint so, dass der Globale Süden unter der militärischen Vorherrschaft von Russland, China und – neu dem Iran als vierte Militärgrossmacht – der Welt, daran ist, sich auf die neuen Situationen einzustellen und zu koordinieren, was dazu führen wird, dass er schlussendlich obsiegen wird.
Wie lange das jedoch dauern wird und ob der Westen für die Aufrechterhaltung dieser seiner Hegemonie Nuklearwaffen einsetzen wird, steht in den Sternen, wobei ich hier meine Zweifel anmelden möchte. Bis jetzt war nur Adolf Hitler der Meinung, dass Deutschland mit ihm untergehen sollte. Es ist zu hoffen, dass kühlere Köpfe in der Nähe der apokalyptischen Knöpfe sitzen.
Verlieren wir den Glauben an die Menschlichkeit nicht komplett.
«Globale Wendepunkte führen die Welt in den Zustand der Entropie»